Seminare – Einkaufspraxis und -strategien
BME-Masterclass Einkauf von komplexen Portfolios

Mit der Preisformel Spezifikationsänderungen effizient managen

Inhalt

Über die Veranstaltung

Komplexe Einkaufsportfolios stellen viele Einkaufsorganisationen vor erhebliche Herausforderungen: Eine hohe Anzahl unterschiedlicher Spezifikationen, schwer vergleichbare Preise und ein enormer Verhandlungs- und Ausschreibungsaufwand. Genau hier setzt die K-Methode an – ein kooperativer Ansatz, der einen echten Paradigmenwechsel im Einkauf ermöglicht.

Im Fokus dieser Masterclass stehen Portfolios, bei denen der Kunde Eigentümer der Spezifikation ist und der Lieferant Materialien mit unterschiedlichen Spezifikationen produziert, jedoch stets mit dem gleichen Prozess und Maschinenpark – etwa bei Etiketten, bedruckten Folien, Verpackungen, Spritzguss- oder Extrusionsteilen. Die Masterclass konzentriert sich dabei auf Portfolios mit sehr vielen Materialien (>100) und niedriger bis mittlerer Spezifikationskomplexität je Material.

Sie erfahren, warum klassische Einkaufsansätze bei solchen Portfolios an ihre Grenzen stoßen: Einzelpreisverhandlungen ohne Portfolio-Leverage, inkonsistente Preise, lange und ineffiziente Ausschreibungen sowie Schwierigkeiten bei Wertanalyse und Neuproduktentwicklung.

Die K-Methode überwindet diese Probleme durch einen konsequenten Methodenwechsel: Statt einzelner Materialpreise wird gemeinsam mit dem Lieferanten eine Preisformel für das gesamte Portfolio entwickelt. Preise werden für Spezifikationsausprägungen und Volumina vereinbart – der Materialpreis ergibt sich rechnerisch, ohne weitere Verhandlung. Praktisch kauft der Einkauf damit Maschinenstunden ein, während Spezifikationen und Komplexität beherrschbar bleiben.

Zielgruppe

Diese Masterclass richtet sich an Einkaufsleiter, Category Manager und Senior Buyer aus der Konsumgüterindustrie, Pharma, Automobil- und Maschinenbau sowie allen Serienfertigern, die große, variantenreiche Portfolios als direkte Materialien verantworten. Sie ist ideal für Portfolios mit vielen Materialien (>100) mit einheitlichen Produktionsprozessen – etwa Etiketten, Folien, Spritzgussteile, Zierleisten und sehr viele mehr, bei denen klassische Preisverhandlungen durch die Zahl der Materialien sehr aufwendig geworden sind.

Die Masterclass richtet sich an Einkaufsorganisationen, die Eigentümer der Spezifikation sind (Zeichnungsteile) und diese Materialien von Lieferanten mit identischen Produktionsprozessen und Maschinenparks in einer Vielzahl von Varianten hergestellt werden. Teilnehmer profitieren besonders, wenn sie Preisinkonsistenzen, hohen Ausschreibungsaufwand und begrenzte Portfolio-Hebel überwinden und den Einkauf strategisch, kooperativ und skalierbar neu ausrichten wollen.

Methodik

Vortrag, Fallbeispiele, Gruppendiskussion

Fachlicher Leiter

Daniel Kossmann ist Diplom-Informatiker und hat an der Uni Karlsruhe (heute K.I.T.) studiert. Danach hat er bei Unilever in verschiedenen Positionen, u.a. als Leiter Controlling, Leiter Einkauf, Kaufmännischer Leiter in Hamburg, Berlin, Warschau und Paris gearbeitet. Seit 2007 ist Daniel Kossmann IT-Berater mit dem Schwerpunkt Einkauf und Integrierte Planung. Er ist Co-Autor des Buches „Komplexitätsmanagement mit der K-Methode“ Springer Science.

Schnell sein lohnt sich: Buchen Sie die Masterclass im Mai bis zum 31. März 2026 und sichern Sie sich 150,- Frühbucherrabatt! Der Rabatt wird vom Warenkorb automatisch abgezogen.

Beachten Sie bitte, dass die Angabe der E-Mail-Adresse des Teilnehmers für die Zusendung des Einwahllinks und/oder den Zugriff auf die Veranstaltungsunterlagen erforderlich ist!


  1. 20.05.2026
Online
382610502
995,– €
Plus 19% VAT
 
  1. 02.12.2026
Online
382611207
995,– €
Plus 19% VAT
 

Welche komplexen Portfolios eignen sich für Preismodelle?

  • Materialtyp: Kunde/Einkauf als Eigentümer der Spezifikation (nicht Commodities, Specialities, C-Teile und Indirects)
  • Technologie: Lieferant produziert Zeichnungsteile, aber immer mit gleichem Prozess und gleichem Maschinenpark (z.B. Bedruckte Folien, Spritzgussteile, Extrusionsteile)
  • Komplexität:
    • Spezifikationszahl: Anzahl der verschiedenen Spezifikationen
    • Spezifikationsumfang: Jede Spezifikation hat eine Zahl spezifizierter und preisrelevanter Eigenschaften (Niedrig: Etiketten, max. 15 Eigenschaften, Hoch: Stoßfänger beim Auto: max. 250 Eigenschaften, weil sehr viele Einzelteile)
    • Portfolios mit hoher Komplexität bezüglich der Anzahl der eingekauften Materialien (Spezifikationszahl > 100), es stehen vor allem Materialien mit mittlerem und niedrigeren Spezifikationsumfang im Mittelpunkt
  • Beispiele aus Konsumgüter, Pharma, Automobilbau, Maschinenbau, Serienfertiger mit hoher Variantenvielfalt mit Einkaufsportfolios, für die die K-Methode anwendbar ist

Anwendung von Preisformeln – die Idee K-Methode

  • Entwicklung und Vereinbarung einer Preisformel für ein komplexes Portfolio
    • Alle denkbaren Spezifikationen werden abgebildet
    • Alle möglichen Volumina werden abgebildet
    • Statt Preise für Materialien werden Preise für Spezifikationsausprägungen vereinbart
    • Aus der Preisformel und den Spezifikationspreisen wird der Materialpreis berechnet
    • Setup & Run, um verschiedene Volumenszenarien fair abzubilden
  • Beispiel anhand vom Portfolio für Etiketten
    • Herleitung der Preisformel und der Spezifikationspreise
    • So wird der niedrigste Einkaufspreis erzielt

Rundreise durch den Einkaufsalltag komplexer Portfolios mit und ohne Preisformel

  • Leverage: Warum mit Einzelpreisen nie die volle Marktmacht entfaltet wird und mit der K-Methode das gelingt
  • Commodification: Warum man mit vielen Spezifikation am Pudelskern vorbeiverhandelt
  • Benchmarking: Wie mit der K-Methode ein Benchmarking gelingt
  • Neuausschreibungen: Wie man große Produktportfolios ausschreibt, ohne Spezifikationen mit den Lieferanten zu teilen
  • Creep-in: Nach der Ausschreibung ist vor der Spezifikationsänderung - Wie man versteckte Preiserhöhungen vermeidet
  • Konsistente Preise: Wie die K-Methode Konsistenz herstellt
  • Der Einkaufsprozess: Wie die RFQs viel zu viel Zeit beanspruchen und warum RFQs wegfallen können
  • Der Entwicklungsprozess: Wie die Entwicklung neuer Produkte deutlich beschleunigt werden kann
  • Wertanalyse: Wie können Spezifikationsänderungen ex Wertanalyse direkt in niedrigere Einkaufspreise übersetzt werden?
  • Staffelpreise: Warum Setup & Run besser als Staffelpreise sind

Anwendung von Preisformeln – die K-Methode Deep-Dive

  • Commodification: Einkauf von komplexen Portfolios analog zu klassischen Commodities wie Zucker und Stahl
    • Die Maschinenstunde als Mindset
    • Sich auf die Marktkräfte verlassen
    • Umgang mit Monopol-Lieferanten
  • Cost Engineering: Abgrenzung der K-Methode zum Cost Engineering
    • Cost Engineering als Vorbereitung einer Verhandlung vs. K-Methode
    • Kosten versus Preis
    • Warum mit der K-Methode die Marge des Lieferanten verborgen bleibt
    • Wie man trotzdem dem Lieferanten Hinweise auf Verbesserungen geben kann
  • Setup & Run: Geht das auch anders?
    • Wie sieht eine Bestellung mit Setup & Run aus?
    • Eingebaute Versicherungspolicen in Preisen
    • Verzicht auf Setup & Run, stattdessen Einzelpreise mit Annahmen über Produktionsläufe
    • Berechnung von Bonus oder Gutschrift am Jahresende
  • Design einer Preisformel: Wie wird eine komplett neue Preisformel für eine Einkaufskategorie erstellt?
    • Bestimmen preisrelevanter Spezifikationsparameter von Material
    • Bestimmen von Konstanten und relevanten Spezifikationspreiselementen seitens des Lieferanten
    • Abgrenzung zwischen einem idealisierten, marktypischen Lieferanten und der tatsächlichen Hardware des Lieferanten
    • Umgang mit Über- oder Unterperformance des Lieferanten

Einführung der K-Methode

  • Kooperativer Ansatz mit Lieferanten
    • Lieferant muss keine Informationen preisgeben, die der Einkäufer nicht schon hat
    • Sehr geringer Aufwand bei Ausschreibungen
    • Genaue Berücksichtigung der Rüstungen beim Lieferanten
    • Wie überzeugt man Lieferanten, die trotzdem skeptisch bleiben?
  • Technische Einführung
    • Einigung mit den Lieferanten auf ein Format
    • Umstellung aller Preise auf K-Methode ohne Spend-Änderung
    • Tender
  • Danach kommt die IT ins Spiel – Automatisierung der Prozesse
    • Berechnung der Standardpreise und Überspielung ins ERP
    • Abbildung von Setup, Changeover & Run im ERP-System
    • Bedarfsbündelung mit Heuristik im ERP-System
    • Berechnung des gesamten Portfolios, wenn sich ein Spezifikationspreis ändert (K-Vallo)
    • Berechnung aller Setup, Changeover und Run Preise und Überspielung ins ERP
    • Durchführung von (Neu-)Ausschreibungen
    • Szenario-Berechnung, Marktchancen und -Risiken, Varianzanalyse

At a glance

Duration:
1 Tag

09.00 – 17.00 Uhr

Host:
BME Akademie GmbH